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1. Lima-Puno - vom Pazifik zum Meer der Anden
2. Nasca - Bilder für die Götter
3. Cusco - im Zentrum des Inkareiches
4. Von knapp 5000m Höhe hinunter in den Regenwald
5. Von über 5000m Höhe ins bolivianische Tiefland
6. Rurrenabaque - Cerro Rico... aus dem Paradies in die Hölle
7. Uyuni - San Pedro de Atacama..... Höhe, Kälte, Trockenheit
8. San Pedro - Feuerland....... aus der Sandwüste in die Eiswüste
9. Patagonien - Foz de Iguazu... von den Gletschern zu den Wasserfällen
10. Foz de Iguazu - die gewaltigsten Wasserfälle der Welt

 



1. Lima-Puno - vom Pazifik zum Meer der Anden

 

Mit einiger Verspätung landen wir, meine Freundin Stefanie und ich, in Lima. Wir sind nun seit knapp zwei Tagen unterwegs gewesen und treffen auf eine vor Polizisten überquellende Stadt. Wegen des EU- Lateinamerikagipfels hier in Lima wurden Sicherheitskräfte aus dem ganzen Land in die Metropole gebracht. Andererseits ist die Stadt merkwürdig ruhig. Erst später erfahren wir, dass wegen des Gipfels vier Sonderfeiertage ausgerufen wurden und viele Limenos die Gelegenheit nutzen um der Chaosstadt zeitweise zu entfliehen.
Wir verlassen die Stadt zügig Richtung Süden, fahren also in die Atacama Wüste. Vor nicht einmal einem Jahr, August 2007, wurde die Stadt Pisco von einem Erdbeben zu 2/3 zerstört. Heute wird an allen Ecken und Enden gebaut, aber die verheerende Zerstörung ist noch allgegenwärtig: notdürftig reparierte Häuschen, Bretterbuden und sogar Zelte prägen auch noch fast ein Jahr danach das Stadtbild. Häufig finden sich Anzeichen internationaler Hilfe laut unseres Taxifahrers Juan verschwindet allerdings viel zu viel in dunklen Kanälen: "Hier sind einfach alle viel zu korrupt. Bei den kleinen Leuten kommt viel zu wenig an."
Am nächsten Tag fuhren wir mit einer riesigen Touristengruppe zu den Ballestas Inseln. Aufgrund ihrer Artenvielfalt gelten die Inseln als die Galapagos Inseln für Arme. Zwar war ich noch nie auf diesem Archipel, aber die schiere Anzahl der Seevögel hier ist kaum zu beschrieben.
Zu Millionen ziehen die Vögel in einem dichten Schwarm über die Wasseroberfläche um die zerklüfteten Inselchen herum. Die Momentaufnahmen eine solchen Vogelzugs würde bei uns sicher als riesig gelten, aber dieser Schwarm endet nicht, er dauert Stunde um Stunde an. Die unzähligen Vögel produzieren Unmengen von Kot, der bis vor wenigen Jahrzehnten noch als Guano abgebaut und in alle Welt exportiert wurde.
Neben den unzähligen Vögeln gibt es einige Robbenkolonien und auch ein paar kleine Pinguine konnten wir beobachten. Bemerkenswert ist wie geschickt die tollpatschig anmutenden Robben die steilen Felsen hinauf klettern.
Huacachina eine Oase wie sie Karl May nicht idyllischer hätte erfinden können, ist unser nächstes Ziel. Sie liegt ganz in der Nähe von Ica zwischen gewaltigen Dünen. Niemals hätte ich geglaubt, dass man Sand zu 100m hohen Bergen auftürmen kann ohne das alles zusammenrutscht. Kaum vorstellbar, dass der kleine mit Palmen umstandene See es über Jahre hinweg geschafft hat nicht unter diesen unvorstellbaren Sandmengen begraben zu werden.
„Sandboarden“ ist hier die vermutlich beliebteste Freizeit- Beschäftigung. Nachmittags leihen wir uns also zwei Bretter aus. Unser Verleiher heißt Otto und ist zu einem viertel Deutsch. Während er uns dies erklärt, klopft er sich zur Verdeutlichung auf sein rechtes Bein.
Dann quälen wir uns die Sanddünen hoch, es geht immer einen Schritt hoch und zwei Schritte wieder zurück. Es ist ein besonders windiger Tag daher treibt es uns noch dazu ständig den Sand ins Gesicht. Als wir endlich oben ankamen, sind wir echt satt. Der Sand bleibt an unserer nass geschwitzten Haut kleben und wir mutieren zu wandelnden, panierten Schnitzeln.
Dafür ist der Blick in das unendliche Dünenmeer phantastisch. Angesichts der gewaltigen Dimensionen der Wüste und unserer Erfahrungen beim Erklimmen einer einzigen Düne, packt uns beim Gedanken an eine Durchquerung zu Fuss die blanke Furcht.
Ich bewundere die sich ständig wandelnden Strukturen auf der Oberfläche der Düne und natürlich später das Farbspiel beim Sonnenuntergang. Allerdings wird es mit der schwindenden Sonne nun empfindlich kalt und wir nutzen unsere frisch erworbenen Sandboardfertigkeiten um auf dem Steilhang der Düne zurück in die Oase zu rutschen.

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2. Nasca - Bilder für die Götter

 

 

Die Geoglyphen von Nasca bildeten unsere nächste Etappe. Vorher besuchten wir jedoch den Mumienfriedhof von Chauchilla. Obwohl ich diese Mumien schon gesehen hatte, ist es ein eigenartig makaberes, beeindruckendes und Fantasie anregendes Gefühl zwischen den Gräbern herum zu schlendern. Der Sand der Atacama konnte über die Jahrhunderte hinweg Zeugnisse dieser Prä- Inkakultur bewahren. Dutzende sehr gut erhaltene Mumien samt einiger Grabbeigaben sitzen hier in kleinen Gruben und starren die Besucher an.
Die Nascalinien selbst haben wir uns von einem kleinen Touristenflieger aus angeschaut: viele viele gerade Linien und Dreiecke durchziehen die Wüste, aber es gibt auch ein paar figürliche Darstellungen. Affe, Spinne, Hund und Kolibri sind vielleicht die bekanntesten. Es ist auch nicht immer so ganz einfach die Figuren im Sand zu entdecken, während der Pilot den Flieger ständig von einer zur anderen Seite kippt, damit alle Passagiere mal etwas sehen. Nicht wenige der Touristen steigen Kreidebleich aus ihren Fliegern und freuen sich über den Rat ihrer Vermieter doch erst nach dem Flug zu frühstücken.

Über Nacht fuhren wir mit dem Bus weiter nach Cusco - hinauf in die Anden. Dabei geht es von fast Meeresspiegel auf 3400 m über NN. Einige Pässe die unterwegs überquert werden, sind noch weit höher und ich bin zweimal Nachts erwacht, weil meine Ohren wegen der Druckschwankungen schmerzten.

 

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3. Cusco - im Zentrum des Inkareiches

 

 

In Cusco, der alten Hauptstadt des Inkareiches, angekommen, werden wir noch im Busbahnhof von Hostelvermietern bestürmt. Wir wollen aber zu Hernan, den wir noch vom Letzten Aufenthalt in Cusco kennen. Stefanie erkennt doch in dem ganzen Troubel tatsächlich Hernans Ehefrau und wir fuhren zum neuen Hostel der beiden. Hätten wir das alte, nun verkaufte Hostel, angesteuert, wären wir uns vermutlich nicht wieder begegnet. Das neue Hostel hat eine deutlich schönere Lage, allerdings wird noch gebaut.

Die ersten zwei Tage erkunden wir nur die Stadt, da Stefanie doch arg mit der Höhe zu tun hat. Unsere geplante Tour verkürzen wir auf ein paar Ausflüge mit Hernan. So fahren wir am Sonntag in sein Heimatdorf zum Wochenmarkt. Der Markt ist nicht touristisch und so stehen wir als „Gringos“ etwas verloren herum. Diese Situation ist im touristischen Cusco undenkbar und wir brauchen etwas Zeit um uns in das „Originalperu“ einzufinden. Ich trinke mit den Marktweibern etwas Chicha (Maisbier) und wir kommen zumindest ansatzweise ins Gespräch. Sie erzählen von ihren Trachten und zeigen ihre selbst gefertigten Mützen, Ponchos und Schaals. Für eine besonders schöne, mit vielen 1000 Perlen bestickte Mütze hat die eine Frau zwei Monate gearbeitet. Als ich einiges anprobiere, haben alle ihren Spaß und das Eis ist vollends gebrochen und zu guter letzt bekomme ich sogar ein halbes Cuy (Meerschweinchen) zum Futtern geschenkt.
Auf einmal ist jedoch alles vorbei. Alle strömen weg vom Markt, alle Stände sind in wenigen Minuten fortgeräumt und die fliegenden Händler verschwinden mit ihren klapprigen LKWs bergauf. Der Markt hier ist beendet. Im nächsten Dorf fünf Kilometer weiter geht der Markt in einer Stunde weiter. Auf diese Art und Weise können mehrere Dörfer , und die jeweiligen umliegenden Höfe, von den fliegenden Händlern bedient werden. Für ein einziges Dorf würde sich die Anfahrt nicht lohnen. Die Leute sind auch zufrieden und trotten mit von Dorf zu Dorf um zu schwatzen, Freunde und Verwandte zu treffen und um Geschäfte zu machen.

Von Bildern und Berichten wusste ich von einer tollen Hängebrücke die jährlich aus Gras neu geflochten wird und einen Gebirgsfluss überspannt. Obwohl die jährliche Erneuerung in nur zwei Wochen bevorstand und wir mit einer recht lädierten Brücke rechnen mussten, fuhren wir die weite Strecke in einem Tico (extrem kleines Auto) hin. Während der Autofahrt durch abgelegenes Gebiet kamen wir an einigen Bauernhöfen und kleinen Dörfchen vorbei. Manchmal kamen die Kinder ans Auto und wir verteilten kleine Brötchen. Die Kinder waren nicht etwa unterernährt, aber in den Dörfern gibt es nur selten Brot. Meist werden hier getrocknete Kartoffeln, Suppe und Brei gegessen. Ein leicht süßliches Brot ist für die Kinder daher wie ein Stück vom Himmel.

Die Brücke ist heute nicht mehr unbedingt nötig, da wenige 100 m weiter eine moderne Brücke gebaut wurde. Trotzdem wird sie während eines großen traditionellen Festes (die Peruaner lieben Traditionen über alles) neu geflochten. Heute aber klaffen schon einige Löcher und der circa 10 m tiefer liegenden Fluss schimmert bedrohlich hindurch. Wirklich unsicher macht mich allerdings das knapp bis zur Hälfte durchgescheuerte Halteseil (auch aus Gras). Ich gehe nur drei bis vier Meter auf die Brücke, sehe zwischen meinen Füßen hindurch im Fluss Forellen schwimmen und entscheide lieber doch schnell zurück zu gehen. Trotzdem glaube ich das die Brücke noch zu überqueren ist. Ich würde das im renovierten Zustand auch tun, da die Konstruktion an sich sehr durchdacht ist.

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4. Von knapp 5000m Höhe hinunter in den Regenwald

 

Unsere letzte Etappe in Peru ist Puno, eine Stadt am Westufer des Titikakasees. Im seichten Wasser des Sees wächst hier ein vielseitig verwendbares Schilf. Die Uros, ein Stamm der von den Inkas nicht unterworfen wurde, bauen aus dem Schilf komplette freischwimmende Inseln. Die circa 30x30 Meter großen Inseln konnte man koppeln, wieder trennen und an beliebigen Stellen im See verankern. Auch Hütten und Boote wurden aus dem Schilf gefertigt und die Nahrung bestand weitestgehend aus Fischen. So war man nahezu autark und konnte sich etwaigen Feinden entziehen. Heute ist dies großartige Kultur nur noch existent, weil täglich Schwärme von Touristen über die Inseln herfallen. Ich war sehr hin und her gerissen: Einerseits gleicht die Inselwelt inzwischen schon sehr einem Freizeitpark für Touristen. Andererseits wäre ohne das reichlich sprudelnde Geld der Touristen mit Sicherheit die letzten Uros schon lange an Land gegangen um dort bequemer zu leben. Die Kultur wäre für alle Zeit verloren.
Copacabana, die erste Stadt in Bolivien liegt malerisch am Ufer des Tititkakasees zum Mittag setzten wir uns in eine der kleinen Forellenbratereien direkt am Seeufer und futterten für 1,50€ superleckere Forellen. Abends kauften wir auf dem Markt erstaunlich leckere Brötchen, Avocados und eine Papaya, setzten uns an den Strand und verdrückten unsere Leckereien (Kosten für uns beide einen reichlichen Euro).

Mit einer Fähre setzen wir über den Titikaka See zur Isla del Sol. Die Sonneninsel gilt als Ursprungsort des Inkareiches. Laut der Andinen Religion haben die Götter hier das Menschengeschlecht erschaffen. Wir übernachten also auf wirklich historischem Grund und Boden.
Inmitten des heiligen Sees hat man natürlich auch herrliche Ausblicke auf den Sonnenuntergang und die Cordillera Real (das Königsgebirge), ein Gebirgszug der Anden in dem wir noch herumklettern wollen. Auf unserer Fahrt nach La Paz treffen wir zwei deutsche Pfadfinder mit denen wir uns gleich ganz gut verstehen. Nachdem wir im herrlichen La Paz einiges zusammen unternommen haben, entscheiden wir uns zusammen den Choro - Pfad zu gehen.

Der Choro ist ein uralter Inkaweg, der von einem Andenpass - auf 4800m über NN - bis hinunter an den Rand des Amazonasbeckens - auf 1200m über NN - führt. Es geht dabei durch kaltes, steiniges und felsiges Hochgebirgsterrain bis in schwüle und üppige Regenwälder. Der Weg ist stellenweise sogar noch von den Inkas selbst gepflastert. In den höheren Bereichen ist dadurch das Gehen meist etwas sicherer, weiter unten sind die jahrhunderte alten und ausgelatschten Steine jedoch häufig sehr schlüpfrig und eher gefährlich. Der gesamte Weg, ca. 70 km, ist nur zu Fuß begehbar und normalerweise in drei Tagen zu schaffen. Unglücklicherweise hatte ich mir am Vortag des Abmarsches einen ziemlich gründlichen Durchfall eingehandelt. Im Laufe des ersten Tages, der sowieso der anstrengendste war, denn es ging von ~4600m auf ~4800m hoch und dann bis auf ~3500m herunter, wurde Montezumas Rache immer schlimmer. Schlussendlich blieben selbst halbe Kekse keine fünf Minuten mehr „in mir“, sodass wir schon am frühen Nachmittag gezwungen waren die Zelte aufzuschlagen. Nach einer wenig erholsamen Nacht ging es weiter. Die Strecke war einfacher zu gehen und auch bei mir wurde es besser. Alle waren froh, denn ein wirklich ernsthaft Kranker / Verletzter war in dieser unzugänglichen und superdünn besiedelten Gegend ein nicht zu unterschätzendes Problem.
Im Laufe der Zeit stellten wir allerdings fest, dass wir nach und nach alle vier immer schlapper wurden, da sich bei allen nun Durchfall einstellte. Gott sei Dank konnten wir etwas an Lebensmitteln kaufen - Kekse, Cola.... für die nötige Energie und etwas Reis zum Abendbrot - sodass wir die Zeit von drei auf fünf Tage strecken konnten.
Landschaftlich war die Strecke herrlich. Die oberen Abschnitte ähnelten dem bereits bekannten Altiplano und tiefer wurde die Vegetation immer üppiger bis wir schließlich im Regenwald waren. Die fremdartigen Pflanzen standen in dem steilen Gelände so dicht, dass an ein Vorwärtskommen unabhängig des einen einzigen Pfades nicht zu denken war. Stellenweise waren die glitschigen Wege nur ein bis zwei Hände breit, es gab wackelige Hängebrücken, Mücken, Spinnen, Treiberameisen und wir hatten keine akzeptablen Karten. Als wir daher in Chairo, erster per Auto erreichbarer Punkt, ankamen, waren wir alle sehr froh.
Fazit: die fünf Tage waren seitens Natur und Erlebnissen herrlich, nur wenn man hier ein Problem hat, muss man sich eben selbst helfen. Diese Situation ist für einen 24 Stunden und rundum abgesicherten Mitteleuropäer eben doch beunruhigend.

In Coroico regenerierten wir uns etwas. Der Ort liegt wunderbar auf 1500m Höhe. Dadurch ist es warm und man hat keine Probleme mit der Höhe. Aufgrund dieser Vorzüge leben hier viele Ausländer und auch ein Deutscher. Er eröffnete ein Restaurant „Backstube“ das definitiv zu den Besten im Umkreis von 1000km zählt. Man kann sich vielleicht ansatzweise vorstellen wie wir uns, ausgehungert wie wir waren, auf deutsche Gerichte stürzten. Sauerbraten mit Spätzle und dazu guten Kuchen - leider war unser gerade leidlich wiederhergestellter Magen damit überfordert. Die nächsten Tage gab es also erstmal nur Kamillentee und Trockengebäck - man kann sich gar nicht vorstellen wie schwierig es ist in Bolivien etwas ähnliches wie Zwieback zu finden!
Obwohl Coroico für sein prima Wetter bekannt ist, regnete es ununterbrochen. Wir freuten uns, dass uns dieses Unwetter nicht auf dem Choro-Weg angetroffen hat und verließen schließlich Coroico in Richtung Sorata.

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5. Von über 5000m Höhe ins bolivianische Tiefland

 

Sorata liegt auf 2670 m über NN nördlich vom Titikakasee inmitten der Cordillera Real. Das Städtchen ist von mehreren 6000ern umgeben und man hat hier wirklich kolossale Ausblicke. Beispielsweise schaut man von der Plaza, dem zentralen Platz, auf den Illampu, ein wunderschöner Berg von 6368m Höhe. Zwischen dem Illampu und dem Ancohuma, 6427m NN, liegt auf einem Sattel die Laguna Glacial, ein traumhafter Gletschersee.
Diese Lagune wollen wir uns anschauen. In einer Dreitagestour steigen wir also bis auf 5100m auf. Elio, unser Bergführer, führte uns sicher hinauf zur ersten Lagune auf 4000m. Hier schlugen wir das Zelt auf und froren uns durch die Nacht um am nächsten Tag circa 1000m zum Ziel aufzusteigen. In den See ragte eine Gletscherzunge hinein – laut Elio wird sie jährlich kleiner – und Miniatureisberge treiben durch das Wasser. Der Ausblick auf die noch mal weit über 1000m aufragenden Gipfel ist phantastisch: Steil aufragende, braune Felswände und an der Lagune beginnende bzw. endende Gletscher türmen sich in den Himmel. Ganze Flanken der Berge sind über mehrere 100m absolut senkrecht und scheinen Besteigungen unmöglich zu machen. Tatsächlich gibt es auf dieser beeindruckenden Bergseite keine Steige zur Spitze. Erfahrene Alpinisten können allerdings von der uns abgewandten Seite einen Versuch wagen.
Schaut man zurück, sieht man 2,5 Kilometer unter sich Sorata, unseren Ausgangspunkt, liegen. Sogar die riesige, tiefblaue Fläche des Titikakasees ist am Horizont erkennbar. Elio gibt uns allerdings nur wenige Minuten Zeit um Mittag zu essen und die Lagune zu bestaunen, da der Abstieg wartet. Einige der Felspartien sind nicht ganz ohne, trotzdem schaffen wir es in circa drei Stunden zurück zur Laguna Chilliata, unserem heutigen Startpunkt. Am nächsten Tag werden Zelt und die schweren Rucksäcke wieder auf die trittsicheren Mulis geladen und es geht ins schöne Städtchen Sorata. Abends erfahren wir von einer interessanten Möglichkeit nach Rurrenabaque zu kommen. Dieses beliebte Touristenziel am Rande des Amazonasbeckens ist eigentlich nur per Flugzeug oder beschwerlichen Busfahrten (20 Stunden in wirklich schlechten Bussen auf sehr schlechten Wegen) zu erreichen. Wir hatten die Gelegenheit uns einer Gruppe anzuschließen, die per Mountainbike und Boot nach Rurrenabaque wollten: Zwei Tage extremes Fahrrad fahren – Downhill und drei relativ ruhige Tage auf einem Boot durch den bolivianischen Dschungel. Das klang doch mal interessant -. wir sagten also zu!
Es ging zuerst mal mit einem Jeep stundenlang zu einem Andenpass hinauf. Auf rund 4700m stiegen wir auf die Räder. Circa 1000m unter uns breitete sich ein Wolkenteppich aus... bis in die unendliche Ferne. Hier, den Illampu im Rücken, endet das gewaltige Gebirge der Anden und das Amazonasbecken beginnt. Hinter uns das karge, trockene und kalte Hochland Perus und Boliviens, vor uns das üppige, warme und feuchte Tiefland, das sich von Bolivien, Brasilien bis Venezuela erstreckt. Zwei Landschaften so unterschiedlich als gehörten sie zu verschiedenen Planeten und wir standen direkt auf der diffusen „Grenze“. Für solche fast philosophischen Gedanken war jetzt allerdings ein eher unpassender Zeitpunkt. Es ging los und die nächsten Tage sollten meine Gedanken mehr um meine durchgeschüttelten Knochen, meinen armen Hintern und die juckenden Insektenstiche kreisen.
Zuerst geht es bergab, steil bergab und arg holprig bergab. Faust- bis kopfgroße Steine liegen lose auf der kaum als Piste zu bezeichnenden Strecke. Es geht durch Bäche, losen Schotter und vor allem geht es immer steil bergab. Vom unentwegten Bremsen schmerzten mir beizeiten die Finger und Sehnen der Unterarme. Mittags näheren wir uns immer weiter den Wolken – von oben! Ganz langsam tauchen wir ein in den kühlen Nebel. Wir haben bereits einige Dörfchen passiert und der Weg wird leicht besser: Nun liegen die Steine nicht mehr lose, sondern sind meist fest „eingebacken“. Das macht das Fahren etwas sicherer, aber durch das hohe Tempo werden alle Knochen durchgerüttelt. Abends erreichen wir in einem kleinen Dörfchen am Fuße der Anden eine Herberge. Es ging von kalten, vegetationsfreien 4700m hinunter auf wärmere, üppige 1200m. Vom ständigen Bremsen konnte ich meine Hände kaum öffnen und schließen.
Am nächsten Tag ging es durch eine interessante Landschaft nach Mapiri, mit circa 10 000 Menschen die größte Stadt in diesem Teil des Landes. Unterwegs sahen wir einige Cocafelder und riesige Matten (10x10m groß) auf denen Coca in der Sonne getrocknet wurde. Auch gab es hier die ersten Minen der Goldsucher von denen wir in den nächsten Tagen vom Boot aus noch hunderte sehen sollten. Wir schliefen unter einem Moskitero (Mückennetz) und am nächsten Morgen ging es aufs Boot.
Das reichlich 10m lange Boot wird von einem Außenbordmotor angetrieben und bietet in mehreren überdachten Sitzreihen 20 Passagieren locker Platz. Hier ist der Fluss noch relativ klein (momentan ist Trockenzeit) und das Wasser stürmisch, daher beginnt hier sozusagen das „Straßennetz“ der Flüsse. Bei ziemlich niedrigem Wasser starten wir also und die Bootsführer müssen ihre ganze bewundernswerte Tüchtigkeit aufbringen um das große Boot durch Engstellen und um felsige Flusswindungen zu manövrieren. Sandbänke und treibende bzw. verkeilte Baumstämme machen ihnen zusätzlich das Leben schwer. Entlang des Ufers gibt es unzählige Kleinstminen. Einzelne Goldsucher, Familien oder kleine Grüppchen haben sich hier im Nirgendwo niedergelassen. Unter unsäglich einfachen Bedingungen leben sie an den Ufern der Flüsse. Eine Plane als Zelt, ein paar Töpfe zum Kochen und die Ausrüstung zum Goldsuchen ist alles was sie hier haben. Die Ausrüstung ist definitiv das wertvollere dabei: Dieselpumpen transportieren Unmengen von Flusswasser, um den Boden des Ufers durchzuspülen. Kubikmeterweise wird das Erdreich abgegraben und mit viel Wasser über Filzmatten gespült. Steine und Dreck treibt es über die Matten während der feine Goldstaub darin hängen bleibt. Einige Goldschürfer haben sogar schwimmende Miniplattformen gebaut auf denen die Dieselpumpe steht. Sie schwimmen und tauchen im kalten Fluss nebenher um den Schlamm vom Grunde des Flusses hoch zu saugen und über die Matten zu spülen. Der goldhaltige Restschlamm der schließlich im rauen Filz hängen bleibt, wird mit hochgiftigem Quecksilber versetzt. Das Quecksilber bindet das Gold in einer silbrig festen Masse und in diesem Zustand bringt man es zu den Händlern. Diese erhitzen das Gemisch über einem Bunsenbrenner, sodass das Quecksilber verdampft und sich hoch giftig verflüchtigt. Das zurückbleibende Gold erstarrt in bizarren Formen und wird gewogen. Ein bis zwei Gramm kann ein Goldschürfer pro Tag finden, allerdings arbeitet in der Regel die gesamte Familie zusammen.
Die gestiegenen Weltmarktpreise sorgen für gute Geschäfte. Trotz miesester Arbeitsbedingungen, Entbehrungen und gesundheitlicher Gefahren versuchen mehr und mehr Menschen ihr Glück zu finden. Es gibt nur wenige Euro pro Gramm trotzdem sind die Gewinne für bolivianische Verhältnisse exzellent. Ganze Bevölkerungsteile leben in einem sehr bescheidenen Wohlstand aufgrund der Goldgewinnung und man möchte es ihnen wirklich gönnen. Andererseits leben sie auf Kosten ihrer Gesundheit, der Gesundheit ihrer mithelfenden Kinder und einer zerstörten und vergifteten Natur. Zweimal übernachten wir in Zelten am Ufer des Flusses. Einmal in einem Goldsucherlager, die es ja an nahezu jeder zugänglichen Uferstelle gibt, außer in den Nationalparks. Das zweite Mal an einem ausgespülten Sandufer im Nirgendwo. Jeweils gab es nur wenige 100m entfernt ein natürliches „Schwimmbecken“ unter einem Wasserfall. Das Wasser war jedoch immer ziemlich kalt.

Ein paar Mal gingen wir hinein in die nahezu undurchdringlichen Wälder, immer entlang des Flusses, denn ohne kundigen Führer kann man sich hier prima verlaufen. Es gibt wenig Anhaltspunkte zur Orientierung. Die Sonne ist hinter dichten Wolken und Blättern verborgen, es ist eben, man sieht keine Berge oder Täler, und im Dickicht kann man nur wenige Meter weit sehen. Von größeren Tieren ist nicht viel zu sehen, aber es gibt dafür Myriaden von Mücken und genauso viele Ameisen. Ruben, unser Dschungelführer, unterscheidet diese nicht nach Arten sondern der Dauer die ihre Bisse schmerzen. Es gibt also 5-Minuten-Ameisen, 15-Minuten Ameisen aber auch Zwei- und Fünf-Stunden- Ameisen. Am Ende der Tour stellt Ruben fest das einer in der Gruppe einen Parasiten im Fuß hat. Der Wurm hatte sich schon vor zwei Monaten im brasilianischen Pantanal in den Fuß des Holländers gefressen und ist seitdem schon stattlich gewachsen. Wenn diese Parasiten nicht entfernt werden, legen sie Eier (im Körper) und können so Schaden an Muskelfleisch und Knochen anrichten. Ruben rückt nun dem schwarzen Wurm, mit einer in Schnaps "desinfizierten" und dann am speckigen Hemd trocken gewischten Sicherheitsnadel, zu Leibe. Nach gut 10 Minuten ist der Wurm entfernt und Ruben verschließt die ca. 1 cm tiefe Wunde fachmännisch mit Motorfett. "Das desinfiziert, alles bleibt verschlossen und außerdem ist es wasserdicht" ist sein Kommentar dazu. Na Spitze!

Am Nächsten Tag erreichen wir Rurrenabaque das beliebte Ziel aller mochileros (Rucksacktouristen) in Bolivien. Dort bleiben wir gar nicht so lange und es wird weitergehen auf den Altiplano in Richtung Süden... also Richtung Kälte.

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6. Rurrenabaque- Cerro Rico... aus dem Paradies in die Hölle

 

Rurrenabaque, oder Rurre wie es meist genannt wird, ist ein wirklich paradiesisches Fleckchen Erde. Am Rande der Anden und am Rande des Amazonasbeckens gelegen, vereint es Vorteile beider Landschaften: Es ist angenehm warm aber es weht immer ein angenehmes Lüftchen, die Tierwelt ist in dieser üppigen Natur sehr reich, die Mückenbelastung hält sich aber in erträglichen Grenzen.
Direkt am Bootshafen aßen wir ein gutes und billiges Essen während wir dem Treiben um uns herum zuschauten. Am bemerkenswertesten fand ich einen Plastikschüsselverkäufer. Sein Stand war vor hunderten grellbunter Behältnisse, von Suppenschüsseln bis Badewannen, kaum auszumachen. Obwohl wir den Stand ständig im Auge behielten, er war keine 10m entfernt, erkannten wir erst nach einiger Zeit, dass in den ganzen vielfarbigen Chaos noch zwei Kleinkinder Siesta hielten. Später kam auch noch die Frau hinzu und die Familie war komplett. Während unserer zweistündigen "Beobachtungsphase" wurde jedoch nichts verkauft. Abends bewunderten wir von einem Aussichtspunkt aus, den Sonnenuntergang über dem Amazonasbecken. In allen denkbaren Schattierungen von goldgelb bis glutrot leuchteten der Dschungel mit seinen Flüssen und die tief hängenden, angestrahlten Wolken.
Es reizte uns schon das Tiefland, dieses mückenverseuchte Paradies, weiter zu erkunden. Einfach irgendwie ein Boot organisieren und weiter flussabwärts fahren, aber unsere Route geht diesmal in eine andere Richtung- es geht weiter nach Süden in die Kälte.
Am nächsten Tag ging es also vom Flughafen Rurre, einem Schuppen ähnelndem "Terminal" mit einer Wiese als Landeplatz, mit einer Minimaschine zurück nach La Paz. Wir starteten mit einigen Stunden Verspätung, da das Wetter in den Anden nicht immer so problemlos ist. Ich hatte diesen Flug vom letzten Mal noch deutlich beängstigender in Erinnerung: Damals gab es keine luftdichten Kabinen und auf 6000- 7000m Höhe, allein die zu überfliegenden Anden sind schon 6000m hoch, war dann der Sauerstoff so knapp das alle im Flieger einschliefen... die Piloten hatten glücklicherweise Sauerstoffmasken auf. Diesmal ging jedoch alles gut und wir kamen heil an.

In La Paz hielten wir uns nicht mehr lange auf und verließen diese interessante Metropole mit dem Nachtbus nach Potosi. Nach zehn Stunden im eisigen Bus (dicke Eisschicht an der Innenseite der Fenster) schälten wir uns gegen 05.00 Uhr aus unseren Schlafsäcken und suchten uns eine Herberge. Noch am gleichen Tag entschließe ich mich mit Jose eine der berühmt-berüchtigten Minen im Hausberg von Potosi, dem Cerro Rico, zu besuchen. Diese Silberminen sind der einzige Existenzgrund dieser Stadt. Bereits im 16. Jahrhundert gegründet, um die Silberproduktion für die einstige Supermacht Spanien in nie gekannte Höhen zu treiben, war Potosi zu dieser Zeit nach London die größte Stadt der Welt. Viele Millionen Sklaven, erst Indios später Afrikaner, wurden in diesen Minen zu Tode geschindert. Neue Schätzungen geben sechs Millionen Tote an und diese Zahl wächst auch heute noch wöchentlich, da die Arbeitsbedingungen immer noch primitiv und hochgefährlich sind.
Mein Minenführer Jose kennt sich aus. Er hat selbst einige Jahre hier gearbeitet und nach 12- Stunden Schichten noch Englisch gebüffelt- nun führt er Touristen zu seinen ehemaligen Kollegen. Als "Eintrittsgeld" in die Mine, habe ich Geschenke gekauft die von den Mineros auch wirklich gebraucht werden: Dynamit, Cocablätter, Limo und Schnaps (97%). All das gibt es normal auf dem Markt zu kaufen.
Ein wackeliger Schienenstrang führt in den dunklen Schlund der Santa Rosa Mine. Als ich mich gerade durchgerungen hatte den Untergrund zu betreten, dröhnte es beängstigend. Jose zieht mich schnell beiseite und zwei abgekämpfte, rabenschwarze Bergleute schieben schnaufend eine zentnerschwere Lore ins Freie. In dem Gang ist es zappenduster und nur unsere dämmrigen Lampen lassen uns unseren Weg erkennen. Die wildesten Rohrkonstruktionen laufen an den Wänden entlang und immer wieder gehen die Schienen für die Loren 1-2 Meter frei schwebend über Löcher. Gesprengt wird mit Dynamit, das Gestein in die Loren geschaufelt und dann ins Freie gekarrt um danach mit bloßen Händen sortiert zu werden. Da inzwischen hunderte Minen in den Berg hineinragen kommt es ständig zu Unfällen. Folgen zwei Schächte einem besonders reichen Erzgang und treffen sich dabei im Berg, kann es zu bösen Konflikten kommen. Es wird erzählt, dass auch schon Dynamit in "feindliche" Minen geworfen wurde um Mine, Menschen und Material unschädlich zu machen.
Neuerdings bekommen die Mineros aufgrund der deutlich gestiegenen Weltmarktpreise für Rohstoffe einen relativ guten Lohn. Die Arbeit ist jedoch hart und älter als 30 Jahre werden die meisten Arbeiter aufgrund der Höhe (über 4100m NN) und des Staubes, der daraus resultierenden Staublunge, nicht. Es bleibt ihnen kaum mehr als zu Tio Jorge ihrem "Schutzheiligen" zu beten. Der Tio ist so eine Art Teufel, ein Gott der Unterwelt. Während alle Bergleute über Tage fromme Katholiken sind opfern sie unter Tage an knallrot bemalten Tonfiguren dem Gott der Unterwelt. Man muss allerdings dazu sagen, dass sie ein (für mich) kompliziertes Verhältnis zu Tio Jorge haben und man ihn definitiv nicht mit "unserem" Teufel gleichsetzen darf... er ist mehr für die Unterwelt "zuständig".

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7. Uyuni - San Pedro de Atacama..... Höhe, Kälte, Trockenheit

 

Von Potosi nach Uyuni ist es wieder eine siebenstündige Busfahrt durch den Altiplano. Der "Bus economico", hier ist der Name Programm, ist mit 3 Euro sehr preiswert, strahlt aber eine bemerkenswerte Aura von Pups, Schweiß und Coca aus. Entlang der Strecke wird ständig gebaut, man darf daher wohl hoffen in Zukunft angenehmer reisen zu können. In Uyuni ist es eiskalt. Unser Zimmer hat (wie alle Zimmer in Uyuni) keine Heizung und im Hof der Herberge ist man gerade dabei mit einem Holzfeuer die Wasserleitung aufzutauen.
Wir entscheiden uns zügig weiterzureisen. Unsere ursprüngliche Idee über Tupiza nach Argentinien zu reisen verwerfen wir um nach San Pedro de Atacama zu fahren. Auf dieser Strecke sind die Straßen besser und Stefanie hat so die Gelegenheit auch Chile mal einen Kurzbesuch abzustatten.
Am nächsten Morgen geht es los und wir fahren zuerst zum Cementario de tren- einem Friedhof für Lokomotiven. Dutzende ausgemusterter Loks stehen hier friedlich oxidierend im Nirgendwo. Hier stellen wir auch fest, dass heute offensichtlich alle Touris von Bolivien auf der gleichen Strecke unterwegs sind: mindestens zehn Jeeps starten eine vergleichbare Tour. Das ist der absolute Wahnsinn, vor vier Jahren musste ich noch drei Tage warten bis ein einziger Jeep fuhr. Auch am Salzsee hat sich einiges getan: Ein knappes Dutzend Verkaufsstände bieten Mützen, Ponchos und Salzschnitzereien an. Auch davon gab's bei meiner ersten Tour nix zu sehen. Die Arbeiter auf dem Salzsee ließen sich damals auch breitwillig fotografieren, nun ist nicht einer zu sehen. Vermutlich sind sie vor der fotografierwütigen Touriübermacht geflohen und warten irgendwo coca kauend bis der Spuk vorbei ist und sich der Tros wieder in Bewegung gesetzt hat.
Der Salzsee selbst hat natürlich nichts von seinem einzigartigen Flair verloren. Stundenlang fährt man über einen weißen Spiegel. An einigen Stellen gibt es bis zum fernen Horizont nichts außer Salz zu sehen: Eine blendend, gleißendene unwirklich scheinende Landschaft aus Natriumchlorid. Übernachtet haben wir in einer sehr kleinen Ortschaft jenseits des Salzsees in einem "hotel de sal", einem Salzhotel. Diese Herberge besteht auch tatsächlich nur aus Salz: Wände, Fußboden, Tisch, Hocker und Betten nur Toiletten und das Dach natürlich nicht.
Ca. 500m von unserer Unterkunft entfernt liegt ein Mumienfriedhof, den wir uns am nächsten Morgen anschauen. Ganz eigenartige Gesteine dominieren diesen Ort. Bizarre Formen lassen auf einen vulkanischen Ursprung schließen. In kleinen Höhlen, vermutlich ehemalige Gasblasen, sitzen und liegen Mumien. In einer Zeit vor der Blüte der Inkakultur wurden sie hier bestattet. Heute weiß man kaum etwas über diese wundersamen Zeugnisse aus längst vergangenen Tagen. Während die Alten ihre eigenartigen Geschichten erzählen, wandelt sich der Umgang mit dem historischen Erbe enorm: Ein in früheren Zeiten heiliger Ort wird nun systematisch von Archäologen untersucht und zunehmend von Touristen aufgesucht. Es ist ein wirklich interessanter und stimmungsvoller Ort obwohl schon viel an Authentizität verloren ging. Man kann nur hoffen, dass es in Zukunft besser gelingt die (durchaus berechtigten) wirtschaftlichen Interessen der Anwohner und die Würde sowie das Flair einer derartig beeindruckenden Grabstätte in Einklang zu bringen.
Auf immer wilderen Wegen geht es nun weiter in Richtung Chile. Die Lagunen entlang des Weges sind wunderschön: Tiefblaues Wasser- stellenweise von Eis überzogen, riesige weiße Flecken aus Salz, knallgelbes Gras am Ufer und ein stahlblauer Himmel. Auf dem Eis laufen rosa Flamingos, ab und zu brechen sie durch das dünne Eis und balancieren sich dann durch hektische Flügelschläge notdürftig aus- ein wirklich komischer Anblick.
Ein unbestrittener Höhepunkt der Wüstenfahrt ist der arbol de piedra, der Baum aus Stein. Jahrhundertelang haben Sandstürme inmitten einer Hochebene einen skurrilen Felsen geformt: Unten nur einen knappen Meter breit, misst er aber am oberen Ende, in ca. 5m Höhe, bestimmt drei Meter.
Die nahe gelegene laguna azul, die Blaue Lagune, ist vermutlich eine der schönsten überhaupt. Wenn die Eisschicht abgetaut ist, liegt die Lagune mit ihrem blauen Wasser direkt vor dem Licancabur einem perfekt kegelförmigen Vulkan mit 5970m Höhe.
Mit dem Licancabur haben wir aber nun auch die Grenze zu Chile erreicht. Ein einsames, verlassenes Grenzhäuschen im unendlichen Hochland des Altiplano markiert das Ende unseres geliebten Bolivien. Es ging nun weiter nach Chile, nach San Pedro de Atacama. Aber auch dort sollten wir nicht lange bleiben, es wartete eine 20h Busfahrt nach Buenos Aires auf uns und dann tierra del fuego- Feuerland!

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8. San Pedro - Feuerland... aus der Sandwüste in die Eiswüste

 

San Pedro de Atacama liegt im nördlichsten Zipfel Chiles in der Atacamawüste. In de letzten Jahren hat sich dieses Dörfchen mit seiner interessanten Lage zu einem der beliebtesten Orte Chiles entwickelt. Leider ist es daher auch ziemlich überlaufen und teuer. Wir hatten nun auch schon ausreichend Wüste gesehen und kauften uns einen Busfahrschein nach Salta in Argentinien. Ein Ami sprach und vor der Busgesellschaft an ob wir ihm nicht 50 US$ leihen könnten, weil er hier mit seiner Kreditkarte nicht an Bargeld herankommt. Ich war auch schon in ähnlichen Situationen und so liehen wir ihm gern etwas. In Salta bekamen wir alles zurück und dazu noch eine handvoll leckere Saltenas. Diese gefüllten Teigtaschen gibt es zwar in Abwandlungen in ganz Südamerika aber im bolivianisch argentinischen Grenzland waren sie am saftigsten, am leckersten und immer frisch.
Salta hat uns auf Anhieb gefallen: eine schöne Stadt mit netten Menschen. Hier in Argentinien rüsteten wir uns zuerst mit allen Utensilien für das allgegenwärtige Matetrinken aus:
Kürbistrinkgefäß, Bombilla (Siebsaugröhrchen), Thermosflasche und natürlich Yerba (so eine Art Tee). Nun konnten wir zusammen mit den Einheimischen den etwas bitteren aber leckeren Tee trinken und dabei palavern. Das Matetrinken ist in Argentinien so beliebt, dass viele Leute vollkommen selbstverständlich mit Mate und Thermos im Bus, Supermarkt oder zur Arbeit unterwegs sind. In einem Witz heißt es:" Um einen Reifen zu wechseln sind zwei Argentinier nötig, da ja jeder nur eine Hand frei hat- mit der anderen hält er schließlich seine Mate."
Eine 20 Stunden Busfahrt bringt uns nach Buenos Aires. Nach all den dünn besiedelten Gegenden erscheint uns diese gigantische, noch dazu verregnete, Metropole doch arg gewöhnungsbedürftig. Auch das extrem schnelle sprechen und der neue Dialekt (Rio-de-la-plata-Spanisch) der Einheimischen macht uns zu schaffen. Argentinier sind zwar sehr nett aber stets unglaublich von sich eingenommen. Ein Witz fragt: "Wie begeht ein Argentinier Selbstmord? - Er springt von seinem Ego!"
Die Suche nach einer Unterkunft stellt sich auch als schwierig heraus, zumal wir noch weitere vier Personen (meine Eltern und ein befreundetes Ehepaar) unterzubringen hatten. Wir sammelten sie am Flughafen ein, gingen schön Steak essen und am nächsten Tag flogen wir zusammen nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt.
Ushuaia liegt am südlichsten Zipfel Feuerlands. Aufgrund dieser Lage ist Usuaia der Ausgangspunkt der meisten Antarktis Expeditionen. Auch ist es der letzte Hafen vor Kap Horn, der Südspitze des Kontinents, so dass viele Last- und Passagierschiffe hier Station machen. Wir nutzen unsere Zeit hier für typische Touriaktivitäten wie eine Zugfahrt mit der südlichsten Eisenbahn der Welt, eine kleine Rundfahrt mit Schlittenhunden und eine Bootstour auf dem Beaglekanal um Robben zu beobachten. Wir fuhren auch bis zum absolut südlichsten Endpunkt der Fernstraße "Ruta Nacianal 3"- besser bekannt als Panamericana.
Trotz dieser unwirtlichen Lage wächst die Stadt rasch. Der argentinische Staat fördert die Erschließung seines Südzipfels mit erheblichen Steuergeschenken und auch der stetig wachsende Tourismus bietet gute Einnahmequellen für die Einheimischen. Die umliegende Landschaft ist zwar sehr rau aber von einer ganz besonderen Schönheit: Die Berge steigen unmittelbar aus den Fjorden auf, sind aber im Gegensatz zu Norwegen steiler, spitzer und schon ab wenigen 100m Höhe vergletschert. Im Sommer ist diese Region ein Wanderparadies. Es gibt menschenleere Landschaften, einsame Wanderrouten durch skurril verzauberte Urwälder und (das Wichtigste!) es gibt angeblich keine Mücken.
Wir haben auch das internationale Flair in dieser Kleinstadt genossen. Dies ist im Sommer (Dezember!) wohl noch viel ausgeprägter wenn Scharen von Panamericanareisenden in Usuaia einfallen um am "fin del mundo"- dem Ende der Welt ihre Transkontinentaltour zu beenden.

Wir verlassen nun Feuerland und es geht weiter nach Patagonien, zum Perito Moreno- dem schönsten Gletscher der Welt.

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9. Patagonien - Foz de Iguazu... von den Gletschern zu den Wasserfällen

 

El Calafate, eine Kleinstadt in der patagonischen Pampa, ist trocken, kalt und extremst windig. Trotzdem pilgern jährlich zehntausende in diesen Ort am Übergang der Pampa (patagonische Grassteppe) und den Anden. Der Grund sind gewaltige Gletscher, die sich hier aus dem argentinischen Inlandeis heraus in die umliegenden Seen erstrecken. Der Perito Moreno Gletscher ist dabei der beeindruckenste von allen. Er ist so gut erreichbar, das man sogar mit riesigen Überlandbussen direkt bis an die Abbruchkante heranfahren kann. Dieser guten Zugänglichkeit verdankt El Calafate seine Haupteinnahmequelle, vielleicht sogar seine Existenz.
Am ersten Abend gab es in unserer Herberge eine gigantische Steakmahlzeit. Für nur wenige Euro orderten wir Steak und zwar "tenedor libre". Das bedeutet soviel wie "Gabel frei" und man kann für einen Fixpreis soviel essen wie man eben schafft. Vor unseren Augen wurde das beste Rindfleisch gekonnt zubereitet. Der "Koch"- ein Bob Marley-Verschnitt mit Rastalocken bis zum Hintern- verstand sein Handwerk. Nie wieder, auch im kulinarisch so hoch gelobten Buenos Aires, habe ich so herrliches Steak gegessen.
Die nächsten zwei Tage besuchten wir den Lago Argentino mit seinen Gletschern. Schon zu früher Stunde im Dunkeln ging es los. Wir fuhren mit einem großen, modernen Schiff über den größten See Argentiniens zur Abbruchkante der Eisgiganten.
Langsam, ganz langsam wurde es heller und ein flammendes Morgenrot färbte Himmel und die Gipfel der Anden in alle Schattierungen von Rot. Besonders der Kontrast zwischen den leuchtend blauen, vorüber treibenden Eisstücken und dem warm anmutenden "Andenglühen" hat eine ganz eigene Faszination. Je weiter die Sonne aufstieg desto mehr verblasste zwar das Orange der Gipfel aber dafür begannen nun die Eisberge immer intensiver in ihrem charakteristischen, eisigen Blau zu schimmern. Das Licht bricht sich in dem nahezu luftfreien Eis so häufig das am Ende nur das kurzwellige, blaue Licht übrig bleibt: Die skurril geformten Eisformationen scheinen ein wenig von Innen heraus zu glimmen... in Blau.
Der eindrucksvollste Gletscher ist der Perito Moreno mit seiner über 50 Meter hohen und mehreren Kilometer langen Abbruchkante. Noch immer wachsend schiebt sich dieser Gletscher in den Lago Argentino und bildet somit einen Wall der den See teilt. In dem viel kleineren Teil steigt nun aufgrund einiger Zuflüsse der Wasserspiegel ständig an. Der Höhenunterschied kann viele Meter betragen und alle paar Jahre zerbricht der Eisdamm unter dem gewaltigen Druck von Millionen Tonnen Wasser krachend zusammen. Dieses definitiv einzigartige Schauspiel konnten wir zwar nicht erleben aber kleinere Eisbrocken brechen immer wieder mal ab und selbst das Getöse dieser, im Vergleich zum Dammbruch, winzigen Eisblöcke ist beeindruckend.
In Bariloche unseren nächsten Stopp, weiter nordwärts, staunten wir nicht schlecht über eine der schönsten Berglandschaften der Welt. Die Stadt liegt mitten in der "argentinischen Schweiz" am Lago Nahuel Huapi- einem herrlichen, gigantischen See. Hier hatten wir erstmalig nicht so ein Wetterglück und versuchten nur eine Bergtour. Allerdings brachen wir auch diese vorzeitig ab als uns der Schnee und Nebel das Ganze zu unwägbar machte. In der Stadt gibt es Unmengen richtig guter Schokolade zu kaufen: Ganze Supermärkte nur für Schokolade ließen uns hier das Wasser im Munde zusammen laufen. Natürlich gibt es auch gutes Steakfleisch zu kaufen und wir haben uns Abends selbst lecker Steak gebraten.
Nach einigen Tagesausflügen verließen wir Bariloche, einen der schönsten Orte Südamerikas: Auf meiner ersten Südamerikareise hatte ich hier tolle Leute getroffen und bei absoluten Kaiserwetter mehrere beeindruckende Bergtouren gemacht... ich glaube hier hatte ich mich erstmalig in Südamerika verliebt ;-)
Die letzte und vielleicht gewaltigste Etappe vor unserem Rückflug von Buenos Aires ist der größte Wasserfall der Welt: Der Foz de Iguazu gelegen im Drei-Länder-Eck Argentinien, Brasilien und Paraguay.

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10. Foz de Iguazu - die gewaltigsten Wasserfälle der Welt

 

Gestartet zwischen den verschneiten Gipfeln der Anden, landen wir in Puerto Iguazu. Diese Kleinstadt liegt in Argentinien direkt am Drei-Länder-Eck Paraguay, Brasilien und eben Argentinien. Die Temperaturen sind nicht gerade unerträglich heiß, aber es reicht immerhin erstmalig seit Wochen mal wieder für T-Shirt und kurze Hose... die dicken Jacken bleiben verstaut. Nun stecken wir auch ungewohnt inmitten dem dicksten Touristenstrom, zahlen überteuerte Preise für miese Unterkünfte und ärgern uns über grölende Ich-war-auch-schon-dort-Touristen. Häufig frage ich mich bei einem Großteil der Urlauber, ob sie ihr Reiseland wirklich interessiert. Man könnte meinen es ist ihnen wichtiger zu Hause mit der Anzahl ihrer vernichteten "ach so billigen" Drinks zu fetzen.

Wir freuen uns jedenfalls riesig und starten am frühen Morgen mit hunderten Anderen im Bus zu den nahe gelegenen Fällen. Ein riesiger Eingangsbereich versucht die anstürmenden Menschenmassen abzufertigen, trotzdem bilden sich beachtliche Schlangen. Einmal hinter den Kassen angelangt, dünnen sich die Besucher scharen jedoch schnell aus und verteilen sich im weitläufigen Areal. Lange bevor man die Fälle sieht, hört man sie: Ein dumpfes, gewaltiges und- wüsste man nicht wo man ist- schwer zuzuordnendes Geräusch donnert durch den subtropischen Regenwald. Wir wählen zuerst den unteren der zwei Rundwege und passieren ein paar vereinzelte, unscheinbar mickrige Wasserfälle. Ab und zu erhascht man durch das Geäst einen unvollständigen Blick auf die größeren Fälle bis sich völlig unvermittelt ein freier Ausblick aufsperrt: Knapp 200m vor uns donnern einige der größten Kaskaden in die Tiefe. Die Gewalt und Dynamik des Wassers wird eingerahmt von der überbordenden Vitalität der subtropischen Vegetation und den farbenprächtigen, ewigen Regenbögen in der aufwärts tanzenden Gischt. Dieses Bild kommt den üblichen Klischeevorstellungen einer paradiesischen Landschaft schon ziemlich nahe. Wir staunen, verweilen aber nur kurz, da uns unsere Ratio weitertreibt. Wir wissen wir haben noch nicht einmal ein Zehntel der argentinischen Rundwege "absolviert", was gibt es also alles noch zu sehen. Also: Weiter!
Keine fünf Minuten Fußweg stehen wir auch prompt vor einer stürzenden Wand aus Wasser. Bis auf wenige Meter kann man hier an die Fälle heran gehen. Steht der Wind nicht gerade optimal muss man damit rechnen, komplett von der Gischt durchnässt zu werden. Eine beeindruckendere Perspektive, als das aus mehreren Dutzend Meter Höhe auf einen zustürzende Wasser, gibt es wohl kaum.
Dennoch, den größten Einzelwasserfall, den Garganta del Diablo (Teufelsrachen), haben wir noch gar nicht gesehen. Dazu gehen wir zwei bis drei Kilometer (es gibt auch eine kleine Bahn) weiter flussaufwärts und laufen dann auf soliden Metallstegen mehrere 100 Meter über den hier breit und gemächlich dahin fließenden Rio Iguazu. Das gewaltige Dröhnen des Garganta del Diablo wird immer stärker bis wir schlussendlich auf einer Plattform einige wenige Meter vor dem Wasserfall einen unglaublichen Anblick genießen dürfen: Mehrere 1000 Kubikmeter Wasser stürzen sekündlich unter ohrenbetäubenden Getöse in die Tiefe. Die aufsteigende Gischtwolke verhüllt das Spektakel in wechselnden Umfang, so dass sich ständig ein neues Bild ergibt. Aufgrund der gewaltigen Dimensionen scheint das Wasser langsamer zu fallen. Man kann ein wenig wie in Zeitlupe einzelne Wasserfetzen beobachten wie sie sich aus dem kompakten Fluss heraus lösen, um dann doch in der weiß brodelnden Gischt einzutauchen und im Hexenkessel der Schlucht zu verschwinden.
Tags darauf fahren wir auf die brasilianische Seite der Fälle. Von hier hat man einen besseren Überblick über den Foz de Iguazu, ist jedoch meist ein wenig entfernt. Komplett einsehen lassen sich die Wasserfälle allerdings von keiner Stelle, dazu ist das Areal einfach zu groß.
Auch hier gibt es einen Steg inmitten der Kaskaden. Der Ausblick von hier ist vielleicht der prächtigste überhaupt. Wenn der Wind allerdings die Gischt über die Stege treibt, steht man im Superstarkregen, die Sicht geht auf Null und man wird patschnass. Vom Aussichtspunkt am Ende des brasilianischen Rundweges hat man einen herrlichen Blick, wenn Abends die Sonne untergeht: Das weiche, warme Abendlicht projiziert sich in goldgelben Farbtönen in das stürzende Wasser und die aufwärts quellende Gischt... idyllischer kann ein Tag kaum enden.
Bevor unsere Reise nun endete, besichtigten wir zum Schluss der Tour noch das nah gelegene Itaipu. Nach jährlich produzierter Strommenge gerechnet ist dies das größte Wasserkraftwerk der Welt. Es staut den Rio Parana, den Grenzfluss von Paraguay und Brasilien. Die riesigen Energien, die sich im Foz de Iguazu kraftvoll Bahn brechen, werden hier gebändigt, gefasst und in elektrische Energie umgewandelt. Das dazu notwendige Kraftwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt der vormals verfeindeten Länder Paraguay und Brasilien. Die gewonnene Strommenge ist mit 14.000 Megawatt gewaltig und entspricht mehr als zwei der modernsten Kernkraftwerke.
Nach drei Monaten anstrengender, stressiger aber immer lohnender Abenteuer geht es nun wieder zurück ins heimische Deutschland.

Ich hoffe meine kleinen Reiseberichte haben Ihnen gefallen, auch wenn die Schlussetappen mit erheblicher Zeitverzögerung gesendet wurden.

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