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Ecuador und Galapagos 2010


1. Ecuador - Reise zur "Mitte der Welt"

2. Galapagos - Inseln der zahmen Vielfalt

 




1. Ecuador - Reise zur "Mitte der Welt"

 

 

Gelandet bin ich dieses Jahr in Guayaquil, einer tropischen Metropole an der Küste des Pazifiks. Mit einem Taxi geht es zu einer kleinen Herberge für Rucksackreisende. Kaum sitze ich im Auto läuft mit der Schweiß aus Strömen. Es ist heiß und schwül, der Verkehr laut und chaotisch, das Taxi klapprig und ohne eine erkennbar vorherrschende Farbe. Der Fahrer ist redselig, nett und neugierig auf Deutsche. Kurz: ich bin wieder da …in Südamerika! Aber ich verlasse das heiße Tiefland und reise gleich am nächsten Tag ins Hochland hinauf. Hier möchte ich ein paar Touren in den Anden unternehmen, dann geht es weiter zum Höhepunkt der diesjährigen Reise – nach Galapagos. Aber es sollte alles ganz anders kommen. In Südamerika herrscht gerade eine einmalige Kältewelle und statt der erwarteten ca. 25°C erreichen die Temperaturen im Hochland auf einmal nur ca. 5°!C. Auf einer verregneten Tour im Bereich des Chimborazo (den ich vor lauter Wolken nie sah) erkältete ich mich ganz ordentlich. In einer Herberge hütete ich zwei Tage lang das Bett und startete dann wieder mit kleinen Wanderungen in den wenigen verbliebenen (Abholzung!) Nebelwäldern der Umgebung. Um dem miesen Wetter zu entgehen, fuhr ich nach Norden – nach Quito – zum Äquator. Direkt bei der Hauptstadt liegt die „Mitte der Welt“ – „Mitad del Mundo“ – hier verläuft der Äquator. Im Jahre 1979 begann man ein gewaltiges Monument direkt auf dem Äquator zu errichten. Später, in Zeiten der GPS-Technik, musste man aber feststellen, dass man sich um 240 Meter vertan hatte und das Monument gar nicht direkt auf dem Äquator steht. Ein altes Inkaobservatorium, das vor einigen Jahren entdeckt wurde, beweist, dass die Inkas schon vor 600 Jahren den Äquator auf 30 Meter genau bestimmt haben! Nördlich von Quito liegt das Städtchen Otavalo, berühmt für den vermutlich größten Indio-Markt der Welt. Jeden Tag werden viele hundert Marktstände aufgebaut und Kleidung, Stoffe, Silberschmuck, Schnitzereien, Lederwaren, Bilder und tausend andere Dinge zum Verkauf angeboten! Einmal pro Woche ist dann noch der „richtige“-Markt und nun quillt die Stadt erst recht über. Die Zahl der Händler verzehnfacht sich, alle Straßen und Gassen der Stadt werden zu einem gigantischen Markt und zehntausende Menschen wecken Assoziationen mit den fröhlichen Gedränge auf gut gefüllten Stadtfesten in Deutschland. Es gibt auch einen riesigen Viehmarkt auf dem lautstark um störrische Esel, dürre Kühe, blökende Schafe und zum Verzehr bestimmt quiekende Meerschweinchen gefeilscht wird. Otavalo liegt seit jeher am Kreuzungspunkt der wichtigsten Handelsrouten Ecuadors und die Indios der Stadt haben es geschafft sich im traditionellen Handel gegen die Weißen zu behaupten. Hier in Otavalo bilden Indios die reiche und mächtige Elite, welche die Geschicke der Stadt bestimmt…eine weltweite Einmaligkeit. Wenige Kilometer vor den Toren der Stadt liegt eine malerische Lagune in einem Vulkankrater …im See wiederum gibt es zwei Inseln. Zusammen mit der reichen Vegetation ergibt dies alles einen wunderbaren Anblick. Direkt auf dem Kraterrand verläuft ein schmaler Pfad und auf einer herrlichen Wanderung kann man dieses kleine Naturwunder „umrunden“ und von allen Seiten bewundern. Vor dem Abflug nach Galapagos besserte sich das Wetter merklich und ich nutzte die Gelegenheit mir einen der schönsten Berge der Welt – den Cotopaxi anzuschauen. Einzeln steht der Vulkan mit seiner vollkommenen Kegelform und einer weißen Gletscherhaube südlich von Quito… ein Anblick wie aus dem Bilderbuch. Gerne hätte ich diesen Berg bestiegen, aber nun geht der Flug erst mal Richtung Pazifik zu den Galapagosinseln…aber ich werde sicher wiederkommen!
 
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2. Galapagos - Inseln der zahmen Vielfalt

 

 

Ungefähr 1000 km vor der Küste Ecuadors liegen die Galapagosinseln inmitten des Pazifiks. Obwohl sie genau auf dem Äquator liegen, ist es aufgrund der vorherrschenden kalten Meeresströmungen hier doch recht frisch und weitestgehend wüstenhaft trocken. Seit Jahrzehnten sind diese einsam abgelegenen Inseln als Nationalpark ausgewiesen und eine Attraktion für Naturliebhaber aus aller Welt. Die Tiere kennen keine Bejagung durch den Menschen mehr und sind daher fast unnatürlich zutraulich. Das führt sogar soweit, dass sich eine Seelöwenkolonie auf der Insel San Christobal vor einigen Jahren aus einer menschenleeren Bucht direkt in den Hafen der Stadt hinein verlagert hat. Heutzutage liegen am Strand der Hafenpromenade, in der Fußgängerzone, auf Parkbänken, Spielplätzen, verankerten Booten und Bojen vollkommen angstfreie bis dreiste Seelöwen. Direkt aus den Strandkaffees heraus lassen sich auch knallrote, flinke Krabben, elegante Albatrosse und pfeilschnell jagende Blaufußtölpel beobachten. Auf einem Boot fuhren wir einige Tage von Insel zu Insel. Meist waren wir nachts unterwegs und tagsüber landeten wir mit kleinen Booten auf den Inseln an. Obwohl alle Inseln vulkanischen Ursprungs sind, unterscheiden sie sich stark in der Vegetation, aber besonders in der heimischen Tierwelt. So lebt auf jeder Insel eine andere Art der berühmten Riesenschildkröten, es gibt also nicht DIE Galapagos-Riesenschildkröte. Die ausgewachsen Exemplare werden locker 1,5m lang und 75cm hoch, mit vier Zentnern sind das wirklich beeindruckende Tiere. Die leeren Panzer verstorbener Riesenschildkröten sind groß genug für einen Menschen! Auf einigen Inseln gibt es Meeresechsen und Landleguane. Diese urzeitlichen Tiere sehen aus wie Dinosaurier und sind vermutlich beim großen Dinosterben vergessen worden. Obwohl diese Echsen mit ihren scharfen Krallen, geschuppten Leibern und bunten Farben sehr martialisch aussehen, ernähren sie sich nur pflanzlich von Algen und Kakteenblättern (die Stacheln werden einfach mit gefressen). Der wahre Schatz der Inselwelt liegt allerdings unter Wasser, durch die kalten, aber sehr nährstoffreichen Meeresströmungen gibt es Fischschwärme in Massen. Bei Tauchgängen kann man tropische Fische in halbversunkenen Vulkanen bestaunen und wenn man Glück hat, trifft man sogar auf Meeresschildkröten, jagende Pinguine und Weißspitzenriffhaie (ungefährlich). Aber auch die unzähligen Seevögel leben ausschließlich vom Fisch: Albatrosse, Fregattvögel, Blaufuß- und Rotfußtölpel jagen in spektakulären Sturzflügen wieder und wieder Nahrung für sich selbst und ihre Jungtiere. Die Nester der Seevögel sind auf dem Erdboden gebaut, stellenweise direkt auf den Wanderwegen der Nationalparkbesucher, die Vögel wissen vom Menschen droht keine Gefahr. 

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