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Ilha Grande - ein tropisches Inselparadies

 

Wenige Stunden außerhalb der übervölkerten Millionenmetropole Rio de Janeiro liegt die Ilha Grande. Selbst ein Hollywoodregisseur hätte sich kaum eine bewegtere Geschichte für eine Insel ausdenken können: Zuerst war hier ein beliebter Rückzugshafen für Piraten (verbuddelte Schätze sind noch heute zu finden), später diente die Insel als Sklavenumschlagplatz, Leprakolonie und wurde danach als Gefängnisinsel für Schwerverbrecher genutzt. Hierzu gibt es auch wieder wilde Fluchtgeschichten bei denen Gefangene es mit selbstgebastelten Flößen tatsächlich über den offenen Ozean bis Argentinien geschafft haben sollen. Erst 1993 wurde das Gefängnis gesprengt und die Insel für Zivilisten freigegeben. Nur keiner wollte hier leben. Der Ruf der Insel war so mies, dass lediglich ein paar wenige Fischer (meist sogar nur zeitweilig) hier siedelten. Für die Natur stellte sich das alles als ein Glücksfall heraus. Während der Großraum von Rio und die komplette Küstenlinie (die berühmte Costa Verde) größtenteils abgeholzt und mit Straßen und Siedlungen voll gebaut wurden, blieb die Ilha Grande unberührt. Inzwischen wurde die Insel zum Nationalpark erklärt und die paar Hundert Menschen leben hier unter strengen Naturschutzgesetzen. Tourismus ist heute mit Abstand der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Insel.

Wir setzten mit einem Versorgungsschiff auf die Insel über. Der Bootseigner hatte zwischen Unmengen Getränkeflaschen, Baumaterial und Melonen noch ein Plätzchen für  uns. Das Wetter war zugezogen und so sah alles eigentlich eher trübe als paradiesisch aus als wir anlandeten. Ganz kurz ragte der „Pico do Papagaio“, ein fast 1000 Meter hoher Berg geformt wie ein Papageienschnabel, aus den Wolken heraus und so fühlten wir uns tatsächlich wie auf einer Pirateninsel. Die nächsten paar Tage sollte es nur regnen. Das ist besonders ärgerlich, da es zum Einen auf der Insel deutlich teurer ist, als auf dem Festland und zum Anderen, kann man hier bei Regen absolut gar nichts unternehmen. Es ist wirklich erstaunlich wie viel Gewalt so ein tropisches Gewitter entwickelt, man könnte meinen da wird schon mal der Weltuntergang geprobt.

Bei Sonnenschein ist es wunderschön. Man kann mit Booten Ausflüge zu den vielen Stränden der Insel unternehmen oder auf Wanderwegen dorthin laufen. Die Wanderwege sind eigentlich gut zu laufen, aber man hat wieder den altbekannten Feind: die Hitze! Ich weiß, dass ich mich hier wiederhole, aber es ist halt einfach zum Verzweifeln wenn man einen Wasserverbrauch von einem halben Liter pro Kilometer nur durch reines Schwitzen hat ;-)

Aber es lohnt sich natürlich. Wenn man nach ein paar Stunden schweißtreibenden Wanderns an herrlichen und teilweise nahezu menschenleeren Sandstränden ankommt. Nun ein Sprung ins kühle Nass des Atlantiks. Besonders die Ostseite der Insel ist bekannt als Surferparadies. Hier trifft die Urgewalt des offenen Ozeans auf den flachen Standstrand der Insel. Das Ergebnis sind gleichmäßige, kraftvolle Wellen wie sie von Surfern aus aller Welt geschätzt werden.

Manchmal muss man allerdings gar nicht bis zum Strand wandern, wenn man sich abkühlen möchte. Ab und zu gibt es kleine Flüsschen und Bäche die auch immer wieder kleine Wasserfälle bilden. Eine unbeschreiblich willkommene Abkühlung. Ich habe diese Stellen dem Meer immer vorgezogen, hier gibt es nämlich keinen feinen Sand der sonst unweigerlich seinen Weg bis zu Fototechnik findet und außerdem erfrischt Süßwasser mehr als das klebrige Salzwasser. Bei einem Bad im Wasserfall inmitten tropischer Vegetation kann man sich außerdem auch mal richtig wie Tarzan fühlen.

Nach einiger Zeit auf der Ilha Grande wollen wir noch ein paar Tage in Rio verbringen. Leider hatten wir hier kein Glück mit dem Wetter: Regen, Regen, Regen und tiefhängende Wolken. Wir hatten daher keine Chance das berühmte Rio de Janeiro zu bewundern und brachen daher zügig auf in Richtung Süden. Unser Ziel ist fürs erste Blumenau, dem Zentrum deutscher Einwanderer in Brasilien.

 

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